Treffen der Schulpartnerschaft vom 27.2. bis 02.03.2006 in Lübeck

Gruppe 3: Umfrage

Auswertung der Umfrage zu Günter Grass

Das Wissen über Günter Grass war sehr stank vom Alter der befragten Personen
abhängig. Die Genenration von Günter Grass wusste vieles über ihn, seiene
Werke und seine politischen Ansichten. Die Jugend hingegen konnte sich kaum über
ihn äussern. Das Wissen beschränkt sich lediglich auf den Namen. Das
Günter-Grass-Haus wurde wieder hauptsächlich von den Befragten zwischen 40
und 80 besucht. Die Befragten zwischen 14 und 21 hatten es noch nie besucht, obwohl
sie in Lübeck wohnen, mit Ausnahme von 3 Schülern, die es der Schule wegen
besuchen mussten. Viele wussten sowohl, dass Günter Grass früher in Danzig
wohnte, als auch, dass er eine zeit lang in Lübeck weilte.
Seine Werke, wie schon erwähnt, waren bei unserer Befragung bei der Jüngeren
Generation größtenteils unbekannt und wenn wurde nur "Die Blechtrommel" genannt.
Den Film "Unkenrufe" hat nicht einer der Befragten gesehen.
Zum deutsch- polnischen- Verhältnis wurden größtenteils positive Aussagen
gemacht, kritisiert wurde jedoch die mangelhafte Integration polnischer Bürger.
Die EU-Erweiterung wurde generell als positiver Fortschritt bezeichnet. Zu der
derzeitigen Regierung und deren Position im bezug auf die verbesserung dieses
Verhältnisses hat sich keiner der Befragten äussern können.

Gruppe 5: Filmkritik

Schulpartnerschaftskritik zum Kinofilm "Unkenrufe"

Die Schulpartnerschaftsmitglieder sahen sich den Film "Unkenrufe" an, um sich
mit dem Thema des Buches von Günter Grass auseinander zu setzen.
Es handelt sich um die Liebe zwischen einem Deutschen und einer Polin, die beide
als Kinder in Danzig lebten und durch den Nationalsozialismus geprägt sind.
Sie entwickeln die Idee einen polnisch-litauischen-deutschen Versöhnungsfriedhof in
Danzig zu eröffnen, in dem sich ehemalige Danziger Bewohner, die im 2. Weltkrieg
vor der Diktatur Hitlers flüchten mussten und Danzig heute noch als ihre Heimat
bezeichnen, beerdigen lassen können.
Sie gründen eine Stiftung, in der die unterschiedlichsten Mitglieder (z. B. ein
deutscher Bauunternehmer, ein polnischer Alt- Kommunist und ein Bürokrat)
mitmachen. Diese Stiftung entwickelt sich langsam zu einem kapitalistischen
Unternehmen, welches sich anschickt alte "deutsche" Gebiete zunehmend auf
zukaufen und touristisch zu vermarkten.
Die beiden Hauptpersonen können sich mit dieser Kapitalgesellschaft immer weniger
identifizieren und verlassen diese umgehend.
Von diesem Moment an ziehen sie sich in ihre private Welt zurück und heiraten.
Auf ihrer Hochzeitsreise nach Italien haben sie einen Verkehrsunfall, nachdem sie einer
Unke ausweichen, der für beide tödlich endet.
Die Unke als zentrales Symbol des Nationalsozialismus durchzieht den gesamten Film.
Obwohl der Film durchaus traditionelle Symbole (z. B. die weise Frau und die Unke)
verwendet, werden diese doch ungewöhnlich überraschend und mit viel schwarzem
Humor in ein neues Beziehungsgeflecht zusammengesetzt. Zum Beispiel wird das
"Krötenschlucken" zu einem Schlucken nationalsozialistischer Schuld.
In ganz erstaunlicher Weise kommen neue Metaphern zustande, so zum Beispiel
der Verlobungsring, mit der erstarrten Fliege im Bernstein. Der Ring kann so gedeutet
werden, dass die Schuld des Nationalsozialismus und das damit verbundene
Schicksal überwunden werden kann, indem die Beziehung zwischen Menschen
gestärkt wird und die Schuld ihr Recht bekommt (z. B. wäre dann die Fliege Futter
für die geschluckte Kröte), dieses aber als Schmuckstück und Kunstwerk in Bernstein
gefasst ist. Kurzum: Die nationalsozialistische Schuld und das Schicksal kann nur
durch Kunst und Liebe befriedet werden.
Es zeigt sich dieses Problem besonders gut an einer bestimmten Generation, der auch
Grass angehört. Nicht ganz unkritisch ist dabei die Identität der männlichen
Hauptfigur. Erst ist er Mitläufer, dann Täter, denn er schluckt die Kröte ungewollt.
Die Kröte ist Teil seiner Identität, die sein ganzes Schicksal bestimmt.
So wird kein eindeutiger Schuldzusammenhang zwischen den Generationen und dem
Nationalsozialismus hergestellt.
Kritisch ist auch die fast märchenhafte Symbolebene anzusehen, die nur ein
gebildetes Publikum erreicht und der Film benutzt die Kunst als Ausdrucksmöglichkeit
des Nationalsozialismus.
Zu fragen ist auch, ob es nicht genug authentische Zusammenhänge gibt, die schon
für sich sprechen könnten.
Günter Grass hat sein Buch sehr märchenhaft und kompliziert geschrieben und das
spiegelt sich sehr stark im Film wider, der eine große Symbolebene umfasst und zum
Nachdenken und Diskutieren anregt.