Bericht über die Reise nach Kreisau vom 24.-29. Januar 1997
Nachdem wir am 24. pünktlich zum Abendbrot ankamen und gegessen hatten, erklärte man uns die Hausordnung und besprach mit uns den Plan der folgenden Tage. Wir wurden in die Zimmer eingeteilt. Es sollten aus jeder Gruppe ein bis
zwei Schüler in ein Zimmer, was sich als sehr vorteilhaft erwies. Die Zimmer waren prima ausgestattet. Nach einer - der Gespräche innerhalb der Gruppe wegen - sehr langen Nacht, bekamen wir am nächsten Morgen ein
herrliches Frühstück. Danach wurden wir - in zwei Gruppen eingeteilt - von zwei Mitarbeiterinnen auf dem Gut herumgeführt und uns wurde über die Geschichte des Gutes erzählt. Wir machten einen sehr rutschigen Spaziergang zu
einem Berghaus, in dem sich der Kreisauer Kreis damals getroffen hatte. Als wir wieder aufgetaut waren, bereiteten wir uns auf das Thema des Tages vor. Am Nachmittag kam nämlich Professor Kundera von der Breslauer
Universität, um mit uns über Polen und die EU zu sprechen. Wir lasen vorher Texte, um auch genau zu wissen, wovon wir und der Professor reden würden. Aus dem Vortrag wurde schnell eine Diskussion und Wir erfuhren viel über die
Bedingungen, die Polen gestellt werden, um in die EU aufgenommen zu werden und die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse Polens. Am Abend war zwar eine Disco geplant, aber da wie immer kaum jemand tanzte,
begannen wir, Spiele zu spielen. Aus allen Gruppen waren Leute in unserer Runde und wir hatten bis spät in die Nacht Spaß mit den verrücktesten Spielen. Sogar der größte Teil der Lehrer spielte mit. Am nächsten
Vormittag begann unsere Gruppenarbeit. Es gab die bereits auf der letzten Fahrt (Storkow) eingestellten Gruppen: Lebenswünsche - Lebensrealitäten, Ich persönlich war in der ersten Gruppe und werde deshalb zuerst davon erzählen. Wir trugen zuerst die Punkte zusammen, die uns spontan zu dem Thema einfielen und interessierten. Diese ordneten wir
zu den drei Oberthemen Beruf, Familie und Freizeit. Die polnischen Schüler hatten ein Diagramm erstellt, das das Schulsystem mit all seinen Eigenheiten. Wir sprechen unter anderem über Ferienjobs, Arbeitslosigkeit, Verdienste
und über unsere Berufswünsche und Berufschancen (immer im Vergleich Polen-Deutschland). Zu den Berufswünschen hatte jeder der gesamten Gruppen einen Text über sich, seine Familie, seine Zukunftsvisionen in Bezug auf Familie und
Beruf geschrieben. Diese werteten wir gemeinsam aus. Jeder in der Gruppe hatte zum Thema Beruf einiges Infomaterial aus der Schule und dem BIZ mitgebracht, so dass wir aus dem Vollen schöpfen konnten. Zum Themenbereich Familie
gehörten unter anderem die Unterthemen Hobbys, Gewalt und Freunde. Wir diskutierten aber erfreut über unsere Ergebnisse. Den Abend verbrachten wir im Billardraum und in unseren Zimmern, auf denen wiederum bis spät in die Nacht
sämtliche Freundschaften vertieft wurden. Am Montag stellte jede Gruppe ihre Ergebnisse vor. Die Schulbuchgruppe hatte genauso hart, aber mit viel trockenerem Material gearbeitet. Sie hatten sämtliche Erdkunde- und
Geschichtsbücher aus Berlin, Brandenburg und Polen zum Vergleich herangezogen. In ihnen suchten sie nach Informationen über das jeweils andere Land in Bezug auf Geschichte und Wirtschaft und Sozialeren. Das Ergebnis war fatal,
denn in vielen war kaum mehr als einige Sätze zu finden. Es wurden Verbesserungsvorschläge gemacht. Außerdem hatten einige Schüler an den Schulen (die Ostrower auch in der Stadt) Umfragen zum jeweils anderen Land und den
Wissensstand und persönlichen Standpunkt eine wilde Diskussion über Vorurteile und Hass gegen andere Völker. Das Mittagessen wurde kurzerhand zu einer kleinen Geburtstagsfeier mit den mittlerweile obligatorischen
deutschen und polnischen Grästen umgewandelt, denn ein Gruppenmitglied hatte an dem Tag Geburtstag. Nach dem Mittag war unsere Gruppe mit der Vorstellung der Ergebnisse dran. Die Informationen, die die
Vergleiche des Verdienstes, der Wohnungssituation und die Berufschancen brachten, earen neu für viele und bracten besonders den Deutschen Einblick in die finanzielle Situation vieler polnischer Gruppenmitglieder. |
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Planung für das Treffen in der Internationalen Begegnungsstätte Kreisau vom 21.-26.Januar 1997 Einmal in diesem Schuljahr wollen wir
die organisatorische und pädagogische Unterstützung einer institutionellen Jugendbegegnungsstätte in Anspruch nehmen. Wir folgen deshalb einer Einladung nach Kreisau. Um die Kontaktaufnahme der Teilnehmer zu verbessern, sollen
an jedem Abend in kleinem Kreis Grundelemente der polnischen Sprache gelernt werden. 1.Tag Anreise 2.Tag : Es soll eine Reflexion des historischen Verhältnisses zwischen Polen und Deutschland anhand eines Vergleiches der
gebräuchlichen Bücher für den Geschichtsunterricht erfolgen. Dabei sollte die Zeitspanne von 1900 bis heute betrachtet werden. Dies soll in Form von Gruppenarbeit geschehen, wobei Wandzeitungen und ähnliches erstellt werden.
Die Ergebnisse der Gruppen werden dann im Plenum vorgetragen und diskutiert. Evtl. sollen Stellungnahmen an Schulbuchverlage und politische Institutionen weitergeleitet werden. 3.Tag : Besuch in Breslau mit Besichtigung des
Domes und des "Panorama"-Bildes und Stadtbummel. 4. Tag : Ausgehend von einem Informationsaustausch über das Schulwesen und die beruflichen Ausbildungsmöglichkeiten soll über die beruflichen Ziele der
Jugendlichen gesprochen werden. Außerdem soll auf der Basis der jetzigen Familiensituation der Jugendlichen über ihre eigene Lebensplanung gesprochen werden. In Anknüpfung an die Besuche der deutschen Schüler bei den Eltern der
polnischen Schüler soll auch die Wohnsituation als ein wichtiges Element zur persönlichen Lebensplanung einbezogen werden. Als ein für die Entstehung von Freundschaften wichtiges Moment soll ein Austausch über persönliche
Hobbies stattfinden. 5. Tag vormittags: Es soll ein vorbereiteter Fotowettbewerb stattfinden. Dazu sollen alle Teilnehmer ein selbst erstelltes oder gefundenes Bild zur Thematik "Dialog" mitbringen. Diese Bilder
werden ausgestellt und diskutiert. Die aussagekräftigsten Bilder sollen prämiert werden. 5. Tag nachmittags: Das Treffen wird nachbereitet und es werden Ideen für das nächste Treffen gesammelt. 6. Tag Rückfahrt |
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